Home
Die Gärtnerin
Der Garten
Raum zum Schreiben
Märchenbrunnen
Freiraum
Lesestoff
Aktuelles
Termine
Kontakt u. Weg
Impr.u. Datenschutz
Links

Aktuell ruh ich mich aus, schmökere, schippe Schnee, schleppe Holzvorräte und mach es mir gemütlich ;-)

Die Kreative Schreibgruppe in Birgits Büchergarten macht erstmal eine lange Pause. Es gibt sie nun seit 12 Jahren mit kurzen Unterbrechungen. Ich mag mich besinnen, wie es mir mit dem Schreiben weiter geht und wünsche euch kreative Möglichkeiten an anderen Orten. Lasst es euch gut gehen, eure Birgit

Im Schlosstheater war ich am 27. Januar und bin wieder mal begeistert. Es ist eine französische Komödie von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière, die Wolfgang Krebs (in der Rolle von Thomas, dem Nachbarn und Daniel, dem Ehemann) und Barbara Trottmann (als Lucie) virtuos zum Leben erwecken:

Lucie ist zutiefst frustriert weil sie als Autorin von Theaterstücken keine Zeile aufs Papier bringt. Dabei ist ihr nächstes Stück schon angekündigt und verkauft. Kratzbürstig und kurz angebunden reagiert sie auf den Besuch ihres unteren Nachbarn, der sie  wegen eines Wasserschadens durch ihre überlaufende Badewanne aufsucht.  Zwar ist die Schadensregulierung schnell erledigt, aber Thomas wundert sich über Lucies fortgesetztes, patziges Verhalten ("Ja, aber Ihre Badewanne hat angefangen!") und drängt sich ihr immer wieder auf.  Endlich offenbart sie ihm ihre Not. Sie hat wegen ihres harmonischen Privatlebens einfach keinen Stoff mehr für ihr Schreiben. Thomas läuft zu großer Form als Koch auf. Mit Hühnerfrikassee, List und Tücke versucht er, Lucie wieder zum Schreiben zu bringen. Dies beschert Wolfgang Krebs sogar abschnittsweise eine Doppelrolle als Lucies Ehemann Daniel (gekonnt umgesetzt durch veränderte Stimmlage, Haltung und ein paar unterschiedliche Accessoires). Wegen der folgenden Verwicklungen dürfen die beiden Schauspieler die ganze Vielfalt  menschlicher Emotionen voll ausspielen. Ob Wut, Hysterie, Verzweiflung, Heiterkeit, Euphorie, Verliebtheit, die beiden meistern dies Wechselbad der Gefühle zur großen Freude des Publikums, das am Schluss mit einem laaaangen, herzlichen Applaus dankte.

Was ich an den französischen Komödien, die bisher im Schlosstheater Thurnau gezeigt wurden, so liebe, ist der Tiefgang, den sie neben ihrem gelungenen Humor zu bieten haben. In diesem Fall ist es die Frage: Wem gehört eine Geschichte? Darf eine Autorin einfach die Leben von Menschen nehmen und für ihre Story nutzen? Womöglich noch die Leben ihr nahestehender Menschen? Thomas wehrt sich. Es kommt zum Bruch. Am Ende aber schaut er sich das Stück doch an (interessant inszeniert). Er ist wider Erwarten bewegt und begeistert - und wir, das Publikum, bekamen, was wir so gern bekommen bei Komödien: Ein Happy End ;-) Schaut es euch an! Es lohnt sich!

*****************************************************************************