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November, November ... und nach der Zeitumstellung mal wieder abends bereits um 18.00 Uhr ungewohnt nächtlich finster. Die Solarlämpchen an meinen Gartenwegen leuchten eine Zeit, aber gemütliches Sitzen und in den Himmel schauen ist definitiv vorbei. 

Tagsüber freue ich mich immer noch an Kokarden, Löwenmäulchen und Chrysanthemen, sowie an letzten Rosenblüten. Auf der Veranda gibt´s noch Geranien und schwarzäugige Susanne. Frau kann sich ja aussuchen, wo sie hinschaut ;-)

   

Immer noch gibt es einzelne Erdbeeren an meinen mehrfach tragenden, auch wenn das Aroma inzwischen nicht mehr so überzeugt wie im Sommer und Frühherbst. Die Rosen sind gehäufelt und mit Tannenreisig besteckt. Gesteinsmehl hab ich schon verteilt, um ihnen durch den Winter zu helfen. Allmählich stelle ich mich auf andere kreative Tätigkeiten im Haus ein und überlasse den Garten der winterlichen Ruhe.

              
Der Garten - Ein Ort im Inneren, wie im Äußeren ....

Alles fing an mit dem Schrebergarten meiner Eltern. Da gab es Kirschen und Äpfel, lila Flieder, der herrlich duftete, und jede Menge Blumenrabatten. Die Bauerngärten meiner Großmütter zeigten mir den vorwiegend nützlichen Aspekt. Da gab es vor allem Gemüse. Die Erbsenschoten palte ich genüsslich auf dem Deich aus, wo die Grashüpfer zirpten und die Frösche quakten. Damals gab es in den Wiesen noch unzählige Froschkinder und dementsprechend auch viel mehr Störche.

Heute verbindet mich der Garten mit der Natur. Er ist ein Ort, wo ich sie mitgestalte; wo ich auswähle, was wachsen und blühen soll. Der Garten fordert mich heraus, drängt nach Gestaltung und ist für mich ein Gleichnis für andere Bereiche meines Lebens, zum Beispiel mein Denken. Was mich stört, rupfe ich aus. Was mich freut, pflege ich.

Im Sommer 2016 habe ich meinen Garten in Lochau mit einem Gärtner neu gestaltet. Es sollte der Rasen sich in Wege, Plätze und Beete wandeln. Die Beerensträucher, die am Rand wuchsen bauten wir weiter innen wieder ein und schufen so außen Platz für Sträucher wie Weigelie, Kolkwitzie und ihre vielen blühenden Kollegen. Im ersten Jahr habe ich mit einjährigen Blumen wie Cosmos, Bechermalven, Löwenmäulchen und Zinnien ein Blütenmeer gezaubert. Die haben meine frisch umgepflanzten Rosen allerdings fast verdeckt. Im zweiten Sommer (2018) werde ich damit etwas sparsamer umgehen, damit sich die Rosen besser entfalten können. So bietet mein Garten jedes Jahr ein neues Bild, neue Herausforderungen und Freuden. 

Wieder beherzige ich für Aussaat und Pflanzzeit die Ratschläge von Maria Thun. Mein Lieblingsgerät, die Durchziehhacke kommt zum Einsatz, sobald nach Regenfall der Boden abgetrocknet ist. Sie verschließt die Kapillaren im Boden, durch die sonst das darin enthaltene Wasser verdunsten würde, ohne den Pflanzen zu nützen.  Außerdem bleibt die Erde auf diese Weise locker und bietet dem Unkraut nicht so viele Möglichkeiten zum Einwurzeln.

Wege in geschwungenen Linien führen zu Plätzen, die zum Verweilen, Nachdenken und Lesen einladen. Möge die äußere ästhetische Form bei Besuchern und Betrachtenden innere Prozesse anstoßen und sie zu kreativem Ausdruck ver-führen. 

Es blüht und fruchtet wieder ... überall ...

    


                       

Und dann setz ich mich mittenrein und schaue und lese und freue mich. Vielleicht habt ihr ja Lust mich zu besuchen. Bringt einfach euer Buch mit oder leiht euch eins aus meiner stattlichen Bibliothek ...