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Oh, diese milden Tage mitte Februar! Während im Januar bis auf

           

Christrosen und Zaubernuss alles im Tiefschlaf schien in Birgits Büchergarten, steigen seit dem Valentinstag die Lerchen und üben Singen für den Frühling, als stünde er kurz bevor. Der Rosenaustrieb leuchtet rot,

                                            

die Knospen des Pfirsichs am Spalier vibrieren schon ungeduldig und unterm Laub in den Beeten wird es lebendig: Tulpen und Narzissen stecken ihre Nasen in die milde Luft. Dies Jahr scheine ich mit den Frühlingsblühern Glück zu haben. In 2019 kam fast nichts hervor. Hatte ich Wühlmäuse? Meine Bauernpfigstrose, die ich umgepflanzt hatte, rührt sich auch bereits ... 

        

Ich gestehe, dass ich gern mit meinen Pflanzen rede. Zur Zeit mahne ich zur Geduld. Es wäre doch schade - und für die Pflanzen sehr kraftraubend, wenn ihre Triebe erfrieren würden. Ich kann warten, denn:

die Erinnerung an einen schönen Herbst 2019 zeigt letzte Blütenpracht :

      

Mit den ersten Nachtfrösten war der meiste Charme dahin. Die Sonne während des Tages hat den Blüten zwar nochmal ein wenig Erholung gebracht, aber dann war´s schlagartig Zeit, den Garten "einzuwintern".  

         

Als erstes hatte ich die Dahlien bei trockenem Wetter ausgegraben. Etwas früh schien es, aber die schnell folgenden Frostnächte bestätigten meine Intuition.

           

Wie schön die Kristalle glänzen! Aber für die Blüten ist das das Ende.

Ich bin keine Freundin davon, alles Verwelkte bis zum Frühling stehen zu lassen, mag es auch schneewinterlich schön sein. Mir reicht im Frühjahr dann die Zeit nicht für alles, was zu tun ist. Und getrocknete Stängel sind entschieden härter und schwerer zu schneiden, als grüne. ;-) So lebe ich mit der Kahlheit, tröste mich in Vorfreude aufs nächste Blühen ...

... und beobachte einstweilen meine gefiederten Gäste an den Futterstellen.

 

Der Garten - Ein Ort im Inneren, wie im Äußeren ....

Alles fing an mit dem Schrebergarten meiner Eltern. Da gab es Kirschen und Äpfel, lila Flieder, der herrlich duftete, und jede Menge Blumenrabatten. Die Bauerngärten meiner Großmütter zeigten mir den vorwiegend nützlichen Aspekt. Da gab es vor allem Gemüse. Die Erbsenschoten palte ich genüsslich auf dem Deich aus, wo die Grashüpfer zirpten und die Frösche quakten. Damals gab es in den Wiesen noch unzählige Froschkinder und dementsprechend auch viel mehr Störche.

Heute verbindet mich der Garten mit der Natur. Er ist ein Ort, wo ich sie mitgestalte; wo ich auswähle, was wachsen und blühen soll. Der Garten fordert mich heraus, drängt nach Gestaltung und ist für mich ein Gleichnis für andere Bereiche meines Lebens, zum Beispiel mein Denken. Was mich stört, rupfe ich aus. Was mich freut, pflege ich.

Im Sommer 2016 habe ich meinen Garten in Lochau mit einem Gärtner neu gestaltet. Es sollte der Rasen sich in Wege, Plätze und Beete wandeln. Die Beerensträucher, die am Rand wuchsen, bauten wir weiter innen wieder ein und schufen so außen Platz für Sträucher wie Weigelie, Kolkwitzie und ihre vielen blühenden Kollegen. Im ersten Jahr habe ich mit einjährigen Blumen wie Cosmos, Bechermalven, Löwenmäulchen und Zinnien ein Blütenmeer gezaubert. Die haben meine frisch umgepflanzten Rosen allerdings fast verdeckt. Im zweiten Sommer (2017) bin ich damit etwas sparsamer umgegangen, damit sich die Rosen besser entfalten können. So bietet mein Garten jedes Jahr ein neues Bild, neue Herausforderungen und Freuden. 

Wieder beherzigte ich für Aussaat und Pflanzzeit die Ratschläge von Maria Thun. Mein Lieblingsgerät, die Durchziehhacke kommt zum Einsatz, sobald nach Regenfall der Boden abgetrocknet ist. Sie verschließt die Kapillaren im Boden, durch die sonst das darin enthaltene Wasser verdunsten würde, ohne den Pflanzen zu nützen.  Außerdem bleibt die Erde auf diese Weise locker und bietet dem Unkraut nicht so viele Möglichkeiten zum Einwurzeln.

Wege in geschwungenen Linien führen zu Plätzen, die zum Verweilen, Nachdenken und Lesen einladen. Möge die äußere ästhetische Form bei Besuchern und Betrachtenden innere Prozesse anstoßen und sie zu kreativem Ausdruck ver-führen. 

Es blüht und fruchtet wieder ... überall ...

 

 

   

Und dann setz ich mich mittenrein und schaue und lese und freue mich. Vielleicht habt ihr ja Lust mich zu besuchen. Bringt einfach euer Buch mit oder leiht euch eins aus meiner stattlichen Bibliothek in Birgits Büchergarten ...    Hach, is des gmütlich!