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Der Garten  

 

  Wie gemalt ...

Es regnet und regnet und plötzlich sogar bei Sonne. Da müsste doch irgendwo ... und da ist er: Ein wunderschöner, weit gespannter Regenbogen - wenn man genau hinschaut sogar ein doppelter.

Regen und Wind verändern allmählich Birgits Büchergarten. Cosmeen und Bechermalven fallen um, drohen andere Blüten, wie z.B. Zinnien und Rosen unter sich zu begraben. So grabe auch ich. Ihre Wurzelstöcke müssen raus und die schlappen Blüten und gebrochenen Zweige schneide ich klein. Die guten kommen noch für ein paar Tage in die Vasen. Überall stehen jetzt welche und schmücken jeden Tisch im Haus.

Meine Tomaten tragen immer noch, sehen allmählich aber müde aus, genauso wie Zucchini und Kürbis. Meine ersten Trauben habe ich geerntet. Sie schmecken sehr süß und saftig, auch wenn die Kerne in manchen Beeren etwas groß sind. Die neue Kletterrose am Bogen gewinnt nun an Höhe und lässt zwischen den grünen Hüllblättern ihrer Knospen tatsächlich tiefes Rot erkennen. Die zweite setze ich um, wenn laut Maria Thun die nächste Septemberpflanzzeit für "Blüte"beginnt, nämlich in den Zwanzigern des Monats. Bis jetzt war´s einfach zu nass. Aber einige neue Pflanzen habe ich eingesetzt. Kleine Herbstastern in Rosa, Weiß und Lila, sowie Kokardenblume und Indianernessel. Zu meiner Freude fühlt sich die Brunnera mit ihrem ausdrucksstarken Blattwerk ausgesprochen wohl im Garten und hat mir einen Nachwuchs ausgesät.

Nachschub an Tomaten gibt´s immer noch fast jeden Tag. Und blühende Überraschungen: 

      

Endlich zeigt die dritte Rankpflanze an der Pergola ihre Blüten. Es ist eine Glockenrebe, (in der Mitte seht ihr die geheimnisvolle Knospe) die in Farbvarianten von grünlich - weiß über zartviolett bis kräftiglila blüht. Ihre Nachbarin, die Duftwicke verströmt derweil immer noch geballten Sauberduft wie ein Pfund Seife und setzt Samenschoten an. Seit es kühler ist, mag die dritte im Bunde, die Prachtglocke, aber nicht mehr so oft blühen wie einst. 

     

Die Kletterrrose an der Eingangstreppe ist vom vielen Regen der letzten Zeit müde - rechtschaffen! 

    

... und die Samen, aus denen diese Sonnenschönheit hervorwuchs, sind ein Geschenk des ersten Lesegasts in Birgits Büchergarten. Ja, da schien herrlich die Sonne ... und Hitze gab´s und Limonade ...

  

                    Der Garten - Ein Ort im Inneren, wie im Äußeren.

Alles fing an mit dem Schrebergarten meiner Eltern. Da gab es Kirschen und Äpfel, lila Flieder, der herrlich duftete, und jede Menge Blumenrabatten. Die Bauerngärten meiner Großmütter zeigten mir den vorwiegend nützlichen Aspekt. Da gab es vor allem Gemüse. Die Erbsenschoten palte ich genüsslich auf dem Deich aus, wo die Grashüpfer zirpten und die Frösche quakten. Damals gab es in den Wiesen noch unzählige Froschkinder und dementsprechend auch viel mehr Störche.

Heute verbindet mich der Garten mit der Natur. Er ist ein Ort, wo ich sie mitgestalte; wo ich auswähle, was wachsen und blühen soll. Der Garten fordert mich heraus, drängt nach Gestaltung und ist für mich ein Gleichnis für andere Bereiche meines Lebens, zum Beispiel mein Denken. Was mich stört, rupfe ich aus. Was mich freut, pflege ich.

Im Sommer 2016 habe ich meinen Garten in Lochau mit einem Gärtner neu gestaltet. Es sollte der Rasen sich in Wege, Plätze und Beete wandeln. Die Beerensträucher, die am Rand wuchsen bauten wir weiter innen wieder ein und schufen so außen Platz für Sträucher wie Weigelie, Kolkwitzie und ihre vielen blühenden Kollegen. Die Feingestaltung mit Stauden muss noch etwas warten. Erst will ich dem Unkraut im Boden zu Leibe rücken. Da steh ich dazu, dass für mich nicht alles "Wildkräuter" sind ;-) Im ersten Jahr blühen also viele Einjährige wie Cosmeen, Ringelblumen, Zinnien, Tagetes und Sonnenblumen. Gemüse und Kräuter kommen in meine Hochbeete.

 

     

Wege in geschwungenen Linien, Plätze, die zum Verweilen, Nachdenken und Lesen einladen, sind nun fertig. Möge die äußere ästhetische Form bei Besuchern und Betrachtenden innere Prozesse anstoßen und sie zu kreativem Ausdruck ver-führen. 

Die spannende erste Pflanzzeit für Blütenpflanzen (laut Aussaatkalender, Maria Thun) ist geschafft und hat sich als günstig erwiesen. Die letzten Regengüsse waren ergiebig. Alles wächst kräftig. Mein Lieblingsgerät, die Durchziehhacke kommt zum Einsatz, sobald der Boden abgetrocknet ist. Sie verschließt die Kapillaren im Boden, durch die sonst das darin enthaltene Wasser verdunsten würde, ohne den Pflanzen zu nützen.  Außerdem bleibt die Erde auf diese Weise locker und bietet dem Unkraut nicht so viele Möglichkeiten zum Einwurzeln.

 

    

 

Immer wieder blüht ein anderer Strauch in Birgits Büchergarten und die Rosen treiben herrliche Blüten. Die Tomaten haben knubbelig grüne Früchte angesetzt. Die Zucchini fordert zu immer neuen Rezepten heraus und Salat, Beeren und Kräuter haben schon den Weg in die Küche und den Magen gefunden. Im Keller stehen Fruchtsirup und Konfitüren bereit. Die neue Treppenrose hat schon geblüht und bewiesen, dass sie duften kann. An der Pergola duftet es auch. Da klimmen Duftwicken und leuchtet die Prunkwinde. Zwei wunderschöne Clematis leben sich da ein und zeigen schon Blüten. Über hundertfünfzig selbstgezogene Pflänzchen sind in den Beeten herangewachsen. Cosmeen und Löwenmäulchen, Zinnien und Bechermalven haben angefangen zu blühen. Fotografieren und Garten sind grade meine kreativen Hauptschwerpunkte. 

                       

                  
Aber das Lesen kommt auch nicht zu kurz. Je nach Lust auf Sonne oder Schatten, zum Schmökern gibt es gemütliche Ecken.