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Der nächste Schreibabend in Lochau findet statt am Donnerstag, den 12. Oktober. Näheres ganz unten auf dieser Seite.

Herzlich Willkommen zur Nachlese des Schreibtermins am Donnerstag, den 14. September

Nach einer Pause von zwei Monaten waren wir alle  gespannt, ob uns Text ein-fällt. Oder sind wir etwa komplett aus der Übung? Da hilft nur eins: Ansprüche runterschrauben und locker bleiben! 

Was ist drin in den Umschlägen? Kann ich damit was anfangen? Klar! Zwei Sekündchen nachgedacht und los ging´s! Man konnte das Ticken der Uhr hören?

Zuerst stellten wir uns vor, dass eine Person in einem Straßencafé sitzt und wartet. Auf wen? Was sieht oder hört sie um sich herum? Und was hat eine SEK-Truppe plötzlich dort zu suchen? Naja, so stürmisch ging es nicht in jedem Text zu. Auch Nachdenkliches war in der folgenden Leserunde zu hören und Szenen vor dem Café, wo Kinder sich die Zeit vertrieben, wurden geschildert.

Aus den Briefumschlägen (s.o.) wurden danach Bilder von Fenstern gezogen. Wer lebt im Raum dahinter? Und was ist mit dem ersehnten Meerblick? "Aber sein Herz hatte geklopft, gerast vor Sehnsucht. Er hatte seine alten Augen angestrengt und endlich war ihm, als sähe er durch eine Lücke im Grün das flimmernde Blau-Grau des Meeres."

Mit den Sätzchen auf der Rückseite der Bilder konnte man etwas anfangen oder auch nicht, je nachdem wieviel Anregung jede Schreiberin brauchte und verwenden wollte.

Apropos SchreiberIN. Auch wenn auf man auf den Fotos nur Damen sieht, sind freilich auch schreibwütige Männer willkommen!

Den Abschluss bildete ein Ausflug ins Blaue:

Sitzt unten links "Der Alte vom Berg"? Warum sind die Bäume unten rechts so kahl - und überhaupt: Warum ist alles so blau? Oder bin ich blau? Träume ich? Oder bin ich durch einen Zauberspruch auf einem blauen Planeten gelandet?

Da hatte jede Schreiberin so ihre eigenen Ideen ... "Sein Hirn war wie benebelt. Zitternd führte er die Fingerspitzen vor sein Gesicht und drückte vorsichtig an seinen Augäpfeln herum." Dabei hatte alles so vielversprechend angefangen mit einer Reisewerbung, die das Bus-Unternehmen Flitz-Tours im Fritzthaler Nachtecho geschaltet hatte ...

Ja, da war der Abend dann auch schon wieder herum. Die "Pause" fand diesmal am Schluss statt, damit wir im Schreibfluss bleiben konnten. Wenn Sie Lust haben das selbst einmal auszuprobieren, nur zu. Sie sind herzlich willkommen! 

B in                  

E igentlich

I n

F ast

A llen

L agen

L ocker 

Dies Akrostichon von Evi trifft die heitere Stimmung des Kreativen Schreibabends am 8. Juni recht gut. Das Wörtchen "eigentlich" trägt gelegentlichem Hirnhüpfen nach Verkündigung der Aufgabe Rechnung. "Ich versteh grad gar nix!" (O-Ton Renate) Und das war auch kein Wunder, denn, um Andreas kleine Abneigung gegen Gedichte auszutricksen, erinnerte ich an das lautmalerische Werk "Das große Lalula" von Morgenstern oder Christian Enzensbergers Nachdichtung von Lewis Carrols "Jabberwocky": Wenig Sinn - Viel Spaß! (Unseren englischsprachigen Gast Liselotte inspirierte dieses Silbenspiel zu ihrer Überraschung sehr!)

Das kriegen wir doch auch hin!

  Also los!

Silben nach Klang sortiert aus einer Gedichtstrophe von Heinrich Heine.

Hagrün destons hinaus!

Hinaus Hagrün! Hinaus!

All weit im Fischermeer

Sameine Sameine

Lichtmodern erzten Feuilleland ...

Und als dann die waschechte Fränkin Lisbeth plötzlich norddeutsches Platt imitierte, war der nächste Lachanfall garantiert:

Galun daleven höer

sam mu met de alus.

Elev dahiv maröer

wis tu mit di tu hus.

Den Spruch von Albert Einstein: "Kreativität ist Intelligenz, die Spaß hat", hatte ich fotogafiert und mit verschiedenen Alltagsgegenständen kombiniert (Eierpieker, Weintrauben, angebissener Keks, Batterie, Tesafilmroller). Die gefalteten Zettel wurden von den Teilnehmerinnen verdeckt gezogen, die Gedanken dazu in Texten verwendet. Susanne hatte das Glück, zwei ineinander verzwackte Klämmerchen vorzufinden: "... in Formation wie Torpedos, rot und gelb leuchtend, zwei wehrhafte Zwick- und Zwack- Wäscheklammern ..."

Doch meinte Andrea dazu: "Wäre Albein Einbert kreativ, würde er seine Intelligenz mit Tesafilm an die Pinwand kleben" (- dann hätten möglicherweise einfach mehr Leute was davon - sag ich mal ;-)

Anschließend besuchten wir Türen und Tore, die ich im Urlaub fotografiert hatte. In Königsberg in Bayern gibt´s davon jede Menge. Dazu kombinierte ich ein Zufallswort, gepickt aus dem Dornseif, "Der Deutsche Wortschatz nach Sachgruppen", unserem Lieblingsfundus. Jeder konnte nun mit dem Wort, oder dem Bild, oder der Kombination der beiden einen Text zaubern. So entstand z.B. das Akrostichon weiter oben zum Wort "Beifall".

Die weibliche Hauptfigur meiner Geschichte, Sabine, landet vor einem gewichtigen Holztor, das vor Tradition strotzt. Die abschreckende Schielfratze an der höchsten Stelle des Bogens nimmt ihre Aufgabe sehr ernst "Überlege genau!", scheint sie zu raunen. "Überlege genau, ob du hier eintreten willst!" Und dann malt sie ein Bild der zukünftigen Schwiegermutter, bei der Sabines Freund immer noch lebt, das durchaus geeignet ist, jegliche romantische Vorstellung im Keim zu ersticken. Das zufällig dazu kombinierte Wort war: "Bedauern".

Wie die Geschichte ausging, könnt ihr mal auf einer Gruppenlesung anhören. Wenn wir genug Texte gesammelt haben, gibt´s hier einen Termin. 

Für den nächsten Schreibabend steht er schon fest:

Weiter geht es am Donnerstag, den 12. Oktober, 20.00 Uhr.

Wenn ihr Lust bekommen habt, meldet euch einfach telefonisch oder per Mail bei mir an. Der Abend kostet inklusive Pausengetränken und Knabberei pro Person 10 €.  

 

   Herzlich Willkommen zum Schreibabenteuer!